Verteidigung gegen die Feinde des Kreuzes
und des Glaubens mit mancherlei Waffen
und in manch einer Weise:
Helfen, Heilen, Wehren







Wolframs-Eschenbach und anderswo in Franken:
Kreuzritter




Andere Ritter hinterlassen in Wolframs-Eschenbach mehr Spuren als der große Minnesänger (siehe Wolfram ), dessen Namen die Stadt trägt:



Die Kreuzritter erwerben im 13. Jahrhundert die Stadt und halten sie bis 1805. Das Deutschordensschloss, an dessen Fassade das Wappen Erzherzog Karls prangt, des Deutschordensmeister 1618 bis 1624, früher Absteige des Landkomturs, beherbergt heute das Rathaus. Die weithin bekannte Herberge "Alte Vogtei" - die leider verfällt - mit beeindruckendem Renaissance-Portal residierte in der Ordensvogtei.



In Franken finden finden sich überall bedeutende Spuren des gut achthundert Jahre alten Ordinis Teutonici:
Denkmäler, Bauten, Güter, Komtureien, Persönlichkeiten...

Ordo Teutonicus (OT), Ordo domus Sanctae Mariae Theutonicorum Ierosolimitanorum, Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem, Deutschherrenorden, Kreuzritterorden, Deutschritterorden oder Deutscher Ritterorden - alles Namen des noch heute existierenden klerikalen Ordens mit dem Kreuz, für Treitschke die Verkörperung einiger Züge deutschen Wesens..., die man selten beachtet - die aggressive Kraft und die herrische gemüthlose Härte, für Ekdahl nicht mehr als eine eroberungslustige, kreuzgeschmückte Bande.

Im "Heiligen Land" um 1190 entsteht der Orden aus einemn Krankenhaus:
Zu der Zeit, als Akkon von einem christlichen Heer belagert und mit Gottes Hilfe aus der Hand der Ungläubigen befreit wird, errichten Bürger aus den Städten Bremen und Lübeck, um zur Ehre Gottes Werke der Barmherzigkeit zu tun, unter dem Segel einer Kogge im Heere unter günstigen Verhältnissen ein Spital ... In dieses nahmen sie viele Kranke auf und erfüllten reinen Herzens die Pflichten der Menschlichkeit ... bis zur Ankunft des erlauchten Herzogs Friedrich von Schwaben... Als dann die Bürger von Bremen und Lübeck in ihre Heimat zurückkehren wollten, übertrugen sie auf Veranlassung des Herzogs und anderer Edler das Spital mit allen Almosen und allem Zubehör dem Kaplan des Herzogs, Konrad, und dem Kämmerer namens Burchard...

Erster Meister ist praeceptor Heinrich Walpot.
Die geistliche Gemeinschaft tritt in Konkurrenz zu anderen Orden, besonders den Johannitern. 1196 erkennt Papst Cölestin III. die Gemeinschaft als Hospitalorden an, 1199 erhält er für seine militärischen Aufgaben die Templerregel, für die karitative Tätigkeit die Johanniterregel verliehen. Die Umwandlung in einen Ritterorden hängt mit der staufischen Mittelmeerpolitik zusammen, der rasche Aufstieg des Ordens beginnt. Hermann von Salza (1210-1239), die führende



Gestalt, hatte enge persönlichen Beziehungen zu Kaiser Friedrich II. und den Päpsten. Der Orden ist eine internationale geistliche Gemeinschaften, erwirbt mehr und mehr Besitzungen im gesamten christlichen Abendland. 1197 wird ihm ein Hospital in Barletta in Süditalien verschrieben; Besitzungen in Sizilien, Zypern und Armenien folgen. 1218 wird ein Landkomtur für Deutschland eingesetzt , kurz danach in Apulien, Griechenland, der Lombardei und Spanien, Preußen und Livland. Zentrum bleibt das "Heilige Land" mit der Burg Montfort, die aber schon 1271 verloren geht.

Den Orden erreicht die Bitte des polnischen Herzogs Konrad von Masowien, ihn gegen die Angriffe der heidnischen Prussen zu unterstützen. Die Deutschherren legen entlang der Weichsel und der Küste Burgen und Städte an, gewaltsame Mission und Ansiedlung christlicher Bevölkerung gehen Hand in Hand. Aus den Ordensstrukturen entwickeln sich Ansätze zu effektiver Verwaltung:
Komture sind Leiter der im eroberten Gebiet eingerichteten Konvente, Ordenshäuser einer Gruppe gemeinschaftlich lebender Brüder. Der Orden ist Territorialherr geworden und wird seiner Stiftungsaufgabe, dem Heidenkampf, untreu, richtet die Waffen auch gegen Christen.
1309 siedelt der Hochmeister nach Preußen um. Templer und Johanniter verlagern ihr Zentrum nach Zypern, der Deutsche Orden ist nach Venedig gegangen, dann wird Marienburg

Marienburg (heute Burg Malbork)

Zentrum des Ordens.
Die "Blütezeit" des Ordens bestimmt der Glanz weltlicher Herrschaft. Die Stände Preußens empfinden die Herrschaft landfremder Ritter mehr und mehr als Belastung, es kommt zur Bildung des Preußischen Bundes, der dem Orden 1454 den Gehorsam aufkündigt. Der letzten Hochmeister in Preußen, Albrecht von Brandenburg, evangelisch-luthersich geworden, wandelt 1525 das Ordensreich in ein weltliches Herzogtum unter polnischer Lehenshoheit um. Die mittelalterliche Geschichte des Deutschen Ordens ist beendet. Im Süden Deutschlands verliert er den Hoch- und Deutschmeistersitz (Mergentheim) aber erst 1809.

Im geistlichen Ritterorden gründen sich neue Gruppen von Brüdern:

  • Die Ritterbrüder nehmen die wichtigsten Aufgabe im Heidenkampf wahr. Sie müssen mindestens 14 Jahre alt sein, dürfen keiner Frau durch Gelöbnis gebunden sein, keinem anderen Orden angehören, keine Schulden haben, müssen persönlich frei sein; adlige Abstammung wird Bedingung.
  • Die Sariant- oder Halbbrüder, auch "Graumäntler" genannt, unterscheiden sich durch leichtere Bewaffnung und haben weniger bedeutsame Ämter inne.
  • Bei den Priesterbrüdern gibt es Kleriker mit vollen und mit niederen Weihen.
      Dazu kommen:
    • wenige Schwestern oder Halbschwestern, vor allem für die Krankenpflege oder Versorgung des Viehs
    • besoldete Diener
    • Knechte (Unfreie), die niedere Arbeiten verrichten
    • und zumindest im Heiligen Land greift der Orden auf Turkopolen, militärische Hilfstruppen, zurück.


    Das Zusammenleben regeln Ordensstatuten.
    Sie beginnen mit Keuschheit, Gehorsam und Armut, die auch den Kern des Lebens in einem Ritterorden ausmachen.
    Nach Spitaldienst, Kleidung und Essen kommt die Verteidigung gegen die Feinde des Kreuzes und des Glaubens mit mancherlei Waffen und in manch einer Weise, aber ohne weltlichen Schmuck. Die Ordensbrüder sind keine Ritter mehr, aber auch noch keine Mönche.
    Der Großkomtur führt die Oberaufsicht, vertritt den Meister während der Abwesenheit. Marschall und Spittler sind für Vorbereitung militärischer Einsätze und für die Versorgung der Kranken zuständig. Der Trappier ist für Bekleidung verantwortlich, der Treßler für den Ordensschatz.
    Die Komtureien, aber auch die untergeordneten Ämter der Vögte, Pfleger, Hauskomture, Wald-, Fisch-, Mühlmeister, Karwansherren, Pferdemarschälle usw., werden auf begrenzte Zeit vergeben.
    Die Verwaltung des Deutschen Ordens gliedert sich in Balleien (= Ordensprovinzen), die der Komtur leitet. Die kleinste Verwaltungseinheit heißt Kommende oder Komturei. Dazu kommen Pflegämter und Vogteien.
    Die Ballei Franken, einer der mächtigsten, reichsten und größten Provinz des Ordens, umfasst das ganze Gebiet Süddeutschlands bis zum Rhein. Sie verwaltet um 1800 über 100 Patronatskirchen. 1929 wandelt der Papst den Deutschen Orden in einen klerikalen Orden um, der besondere Wohltäter als Ehrenritter aufnehmen kann, mit Sitz in Wien.

    Ostpreußen aber ging ebenso verloren wie das Heilige Land. Weitere Verluste bringt die Reformation. 1809 löst Napoleon den Orden auf. Zu dieser Zeit unterstehen dem Hoch- und Deutschmeister mit Sitz in Mergentheim 3 Oberämter, nämlich neben Mergentheim, Schloß Horneck und Ellingen.






    Der Orden in Franken:

    Eine Deutschordensburg liegt beherrschend auf dem Bergkegel von Virnsberg.
    Schloss Virnsberg ist ein Kuriosum unter den fränkischen Schloss- und Burganlagen: zugleich Höhenburg und Wasserschloss.
    Drei Söhne des Nürnberger Burggrafen Konrad des Frommen sind in den Orden eingetreten, der Vater schenkt die Burg samt Unterland dem Orden. Die Kommende besteht bis 1806. Seit 1532 unterhält der Orden ein Spital. Ende des 17. Jh. wird die Burg in ein Schloß umgewandelt, die Kirche St. Dionysius enthält noch Teile der Ausstattung der alten Burgkapelle (Hochaltar von 1748). Das Schulhaus ist das ehemalige Ordensspital und Haus Nr. 31, das sog. Fronhaus (Gefängnis) trägt das Ordenswappen.
    Das Schloss war - u. a. - Ausbildungssitz NS-Landdienst, Flüchtlingslager, US-Quartier, Rotes Kreuz, Alten-, Jugend-, Schullandheim, Gastwirtschaft...




    Sondernohe gehörte zum Deutschordensterritorium Virnsberg.
    Im Friedhof steht die katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt von 1781, dort im Turmuntergeschoss liegen die Ordenskomture begraben und an der Schauseite des Ostturms prangt das Wappenrelief des Ordens. Und 1678 ließen die Ordensleute dort eine Ölmühle mit Fachwerkobergeschoss erbauen.


    Und Virnsberg ist Station des etwa achtzig Kilometer weiten Deutschherrenwegs (Grünkreuz) von Nürnberg-Eibach nach Neustadt a. d. Aisch, Bhf.





    Im Ortswappen von Elpersdorf bei Windsbach weist das Kreuz auf den Deutschen Orden hin und Haus Nr. 7 ist der so genannte Deutschbauernhof - 1980 abgerissen...


    Spalt - Hopfen- und Bierstadt mit vielen schönen Fachwerkhäusern, winkligen, malerischen Gassen, Resten einer Stadtmauer mit Tor. Bedeutend die Kirche St. Nikolaus, ehemals Klosterkirche, mit der mächtigen Fassade und den hohen Türmen, 1767 bis 1671 vom Deutschordensbaumeister Matthias Binder aus Ellingen an Stelle der alten Kirche von 1313 völlig neu gebaut.





    Im Jahre 1652 übernimmt der Deutschorden Absberg. Freiherr von Hornstein lässt 1725 das Schloss errichten. Als Architekt fungiert Gabriel de Gabrieli (u.a. Schlösser in Ansbach und Eichstätt): eine stattliche Dreiflügelanlage, in der sich heute ein Heim für geistig behinderte Mädchen und die katholische Pfarrkirche (ehemals Schloßkapelle) befinden.


    Carl Heinrich Freiherr von Hornstein, Landkomtur der Ballei Franken, gest. 1745, Komtur zu Ellingen und Würzburg, Deutschordensritter, Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht zu Trier des Herrn Hoch- und Deutschmeisters Geheimrat, 1718 zum Landkomtur der Ballei Franken gewählt. Der Hochmeister, dessen Geheimrat er war, ist Ludwig von Pfalz-Neuburg, Fürstbischof von Trier und Mainz, Fürstbischof von Breslau, Bischof von Worms (Hochmeister 1694–1732).



    In Ellingen beherrscht das Schloss des Deutschen Ordens, wohl das bedeutendste in Franken, den Ort.
    Zuerst Kommende, im 14. Jahrhundert Sitz des Landkomturs der Ballei Franken, 1788 bis 1796 Sitz des Deutschmeisters. Unter Baumeister Franz Keller und dem Stukkateur F. J. Roth entsteht das Schloß 1718 bis 1725, die dekorative Innenausstattung besorgt M. d'Ixnards. Die Mariahilfkapelle birgt die Gruftkapelle des Landkomturs.
    1815 schenkt König Max I. das Schloss seinem Feldmarschall Fürst Karl Philipp von Wrede, seine Nachkommen verkaufen es gut hundert Jahre später an den bayerischen Staat.
    Heute findet man im Hauptflügel und im Ostflügel zeitgenössische Schauräume, im Westflügel das
    In der Schlosskirche und im Innenhof finden konzertante Aufführungen statt.
    Im Gutshof hinter dem Schloss werden Brauerei, Ländereien und Baumschule der von Wredes verwaltet.
    Vom Schlosspark von 1726, einem Barockgarten, umgestaltet und im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, ist heute nur eine Balustrade übrig.
    Das Ellinger Rathaus war Obergerichtsverwaltung des Deutschen Ordens - mit reichem Fassadendekor.


    In Nürnberg entsteht eine der mächtigsten Kommenden des Ordens. Von Kaiser Otto IV. erhält er um 1208 die Jakobskirche, 1216 die Burgkapelle und später ein Hospital. Ein Nachfolgebau der St. Jakobskirche wird erst um 1500 vollendet, weist aber noch einige Aufschwörschilde und Grabmäler der Ordensritter auf. Die 50 Meter hohe Kuppel der St. Elisabethkirche nebenan, klassizistisch (1785 bis 1905), wird bekrönt von einem goldenen Deutschordenskreuz.



    Auch Dinkelsbühl
    hat sein Deutschordensschloß (1764)


    Die Burg von Archshofen wird bereits 1290 als Ordenssitz erwähnt und dient von 1312 bis 1370 als Komturei; nach ihrer Zerstörung im 16. Jahrhundert wird an ihrer Stelle ein Ordensschloß gebaut. Es gibt kaum eine wechselvollere Gesichte: 1805 jedenfalls verkauft Marx Pfeiffer das Schloss an Siegfried Scheitel von Bartenbach, 1806 kommt Archshofen unter die Obhut des Königreiches Bayern, 1810 wird Archshofen württembergisch. 1850 wird eine Brauerei im Schloss eingerichtet, später kommt eine Gastwirtschaft hinzu. 1949 wird der Ostflügel des Schlosses abgebrochen, die Stuckdecke des Schlosses bauen die Rothenburgerr in den Sitzungssaal ihres Rathauses ein.





    Mergentheim zählt zu den ältesten deutschen Kommenden. 1340 mit Erlaubnis des Kaisers Ludwig des Frommen zur Stadt erhoben, spielt es bald eine entscheidende Rolle in Franken. 1525, als der Orden seine Ländereien im osteuropäischen Raum einbüßt, läßt sich hier der Hoch- und Deutschmeister nieder und Mergentheim bleibt über 300 Jahre Zentrale des Ordens in Deutschland.
    1556 bis 1574 entsteht das Deutschordensschloß, die Schloßkirche wird zum Teil nach Entwürfen von Balthasar Neumann und Francois Cuvillies erbaut. In der Gruft sind mehrere bedeutende Hochmeistern begraben, weitere Epitaphien von Ordensrittern sind in in der Stadtpfarrkirche St. Johannes, in der ehemaligen Dominikanerkirche St. Maria und in der Kapuzinerkirche angebracht. Ein Standbild des Hoch- und Deutschmeisters Wolfgang Schutzbar, genannt Milchling, steht am Marktplatz.




    Um 1226 baut der Ritterorden in Würzburg die Deutschhauskirche. Von Eingriffen kaum beeinträchtigt, gilt sie aufgrund ihrer klaren, abgewogenen Proportionen und der Eleganz der Linienführung als der edelste Bau der beginnenden Hochgotik in Mainfranken.
    Der Deutsche Orden wollte übrigens die Straße mit der unmittelbar an das Konventsgebäude anschließenden Kirche verbauen, doch legte der Stadtrat dagegen sein Veto ein. Nach längerem Streit einigt man sich schließlich, die Straße mit einem Schwibbogen zu überbauen.




    Münnerstadt, im 17. Jahrhundert Komturei, hat das sog. "teutsche Haus", zu der auch die Stadtpfarrkirche gehörte, als Deutschordensschloss vorzuweisen.





    Familiare des Ordens Stoiber 1998 an Kultusminister Zehetmair:
    Die „vielfältigen Aktivitäten im sozialen Bereich“ sprächen sehr für den Orden, er selbst sei sehr beeindruckt vom „großen sozialen Engagement“ und von der „starken Expansion“ des Ordens. Zudem sei die finanzielle Situation sehr günstig. Trotz der geringen Mitgliederzahl sollte dem Orden deshalb der öffentlich-rechtliche Status verliehen werden. Der Orden hatte auch „Oblaten“, Laien und Kleriker, die dem Orden nahe stehen, als Mitglieder aufgelistet. Ende 2000 zählte der Orden 38 Mitglieder.
    2000 ist der Hospitalorden, Träger von über 100 Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Suchthilfehäusern mit seinen 5.500 Mitarbeitern Pleite. Weder Gehalt noch Weihnachtsgeld werden ausbezahlt, ein Gestüt muss ebenso verkauft werden wie zwei Firmenflieger.
    Mehrere Strafanzeigen wegen Beihilfe zur Konkursverschleppung und zur Steuerhinterziehung, ein Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags zum Deutschen Orden bis Mai 2003, die Staatsanwaltschaft stellt ihre Ermittlungen ein, der Verdacht auf Steuerhinterziehung und Untreue könne nicht nachgewiesen werden (29.11.2003) ... aber das ist ein anderes Fundstück